Lesung Dieter Brause-Scilasko am 1.12.2017

Die Christbaumpalme und andere Weihnachts(T)Pannen

Auszug aus der Pressemitteilung/Rezension, die am 19.1. in der Walsroder Zeitung veröffentlicht wurde:

 

AHIDEN. Anfangs war der Dichter skeptisch: ,,Nein, so kann man keine Lesung veranstalten. Die Leute müssen in Stuhlreihen hintereinander sitzen, damit ich sie alle im Blick habe." Der Bürgerverein Ahlden und Eilte hatte sich für die adventliche Lesestunde von Dieter Brause-Scilasko unter dem Titel ,,Die Christbaumpalme und andere Weihnachts(T)Pannen" allerdings ein anderes Konzept ausgedacht und mehr auf den Gemütlichkeitsfaktor gesetzt. So standen Stühle und Tische so, wie sie in der ehemaligen Gaststube des ,,Deutschen Hauses" in Ahlden einst gestanden haben: gruppenweise und dennoch nah beieinander.

Zudem hatten die fleißigen Helfer des Vereins die Tische mit Tannengrün, selbst gebackenen Keksen, Mandarinen und Kerzen anlassgemäß dekoriert und reichten dazu heißen Punsch. Die Befürchtungen des Cordinger Malers und Poeten erwiesen sich bald als unbegründet. Dank seiner Vortragskunst hatte Brause-Scilasko seine 55 Zuhörer in der gut gefüllten Gaststube schnell auf seiner Seite, und auch wenn er vielleicht nicht jeden einzelnen Gast sehen konnte, so erreichte er doch am Ende alle mit seiner raumfüllenden Stimme und seinen fantasievollen Geschichten.

Nach einer eher nachdenklichen Geschichte über die Kommerzialisierung des Weihnachtsfests und die ,,Fron" des Schenkens entführte er die Hörer in den verschneiten Harz zu der halb echten und halb erfundenen Tante Mimi. Die arme Frau, die es mit allen gut meint, gerät von einem Missgeschick ins nächste. Ob sie in Försteruniform auf der Suche nach einem kostenlosen Weihnachtsbaum den Wald vor lauter anderen verkleideten Förstern nicht mehr sieht, sie bei einer Kutschfahrt in eine Schneewehe geschleudert wird oder ihr eine Kokosnuss von der Christbaumpalme auf den Fuß fällt: Tante Mimi ist wahrlich nicht zu beneiden. Was ihr allein die Kinder aus ihrer Verwandtschaft - Wencke, Maren, Franz und Max - einbrocken, würde schon reichen, ihr die Vorfreude aufs Weihnachtsfest endgültig zu rauben. Aber wenn dann noch ihr Kater Mohrle zuschlägt, dann ist das Maß auch für Tante

Mimi wirklich voll. Eine zerstörte Kuckucksuhr, ein ruiniertes Pfefferkuchenhaus und ein brennender Baum - so schrecklich kann Weihnachten also auch sein.

 

Im flüssig und gut beherrschten Versmaß sowie mit pointiert gesetzten Reimen sorgten die gedichteten Erzählungen des Cordingers für so manches Gelächter bei den Gästen, und bei allem skurrilen Witz konnte sich jeder in den typischen Alltagssituationen wiedererkennen. Auch nach der Lesung saßen die begeisterten Zuhörer noch in lockeren Gruppen bei Gesprächen und Getränken zusammen.