Ausgesummt?

Lesung aus „Die Geschichte der Bienen“

Montag, 20.5.2019, 19.30 Uhr, Dorfgemeinschaftshaus Eilte

Nur vier Jahre lagen zwischen der Geburtsstunde und der Umsetzung einer Idee, die der Präsident des Slowenischen Imkerverbandes, Boštjan Noč, beim Radiohören hatte: Die Einführung eines weltweiten Feier- und Aktionstages zum Schutz unseres kleinsten Nutztieres, der Honigbiene, die gemeinsam mit ihren wilden Verwandten und anderen blütenbestäubenden Insekten für die Artenvielfalt und unsere Ernährungssicherheit von entscheidender Bedeutung ist. Anlässlich des 2. Weltbienentages der Vereinten Nationen lud der Bürgerverein Ahlden und Eilte am 20. Mai zu einer Lesung im Dorfgemeinschaftshaus Eilte ein. 

 

Im Mittelpunkt des Abends stand der Bestsellerroman „Die Geschichte der Bienen“ der norwegischen Autorin Maja Lunde, der versucht, das Unvorstellbare vorstellbar zu machen: Eine Welt ohne Bienen. Das Buch beginnt mit einer Zukunftsvision aus dem China des Jahres 2098. Tao, Mutter des kleinen Wei-Wen, geht einer aufwändigen, kräftezehrenden und gefährlichen Arbeit nach: Sie klettert gemeinsam mit unzähligen anderen zierlich gebauten Arbeiterinnen in Obstbäume, um die Blüten mit winzigen Handpinseln zu bestäuben. Der zweite Erzählstrang führt in das England des Jahres 1852, wo der offenbar schwer depressive Biologe und achtfache Vater William vom Bett aus kraftlos verfolgt, wie seine Familie ohne ihn zurechtkommt. Erst als ihm die Idee für den Bau eines geradezu revolutionären Bienenstocks kommt, fasst er neuen Lebensmut.

 

Die dritte Geschichte spielt in unserer Zeit, im Jahre 2007, im US-Bundesstaat Ohio. Der Imker George arbeitet hart, muss aber zusehen, wie die Bedingungen der Bienenhaltung immer schwieriger werden. Oft hört er Geschichten von einem mysteriösen Bienensterben, von verlassenen Stöcken und dem rätselhaften Verschwinden ganzer Völker, und alle seine Kollegen haben Angst, wenn sie ihre Körbe kontrollieren. Sind noch genug Bienen am Leben?

 

Maja Lunde erzählt jedoch nicht nur von unseren geflügelten Helferchen, sie erzählt auch von den komplizierten Beziehungen zwischen Eltern und Kindern. Von enttäuschten Hoffnungen, von belastenden Konflikten, von der Sprachlosigkeit zwischen Vätern und Söhnen, vom kompromisslosen Einsatz von Müttern für die, für die man Sorge trägt, und von Hoffnungen und Erwartungen, die einfach nicht sterben wollen. Vor allem aber zeigt sie uns eine bienenlose Zukunft, in der das Leben der Menschen von Mängeln und Schrecken geprägt ist. Dies zu verhindern, sollte unser aller Bestreben sein. 

 

Dr. Antje Oldenburg

Projektgruppe „Landschaftspark der Villa Klee“ im Bürgerverein Ahlden und Eilte e.V.